
Serum
Für die Durchführung klinisch-chemischer, serologischer und immunologischer Laboruntersuchungen ist i.d.R. Serum erforderlich. Das Blut sollte nach dem Gerinnungsvorgang zentrifugiert und das Serum sofort abgetrennt werden (siehe Kapitel Probenbearbeitung).
Plasma
Für bestimmte Untersuchungen wie Gerinnungsanalysen, Blutzucker- und Laktatbestimmungen ist Plasma erforderlich, das aus Vollblut unter Zusatz entsprechender gerinnungshemmender Zusätze gewonnen wurde. Bitte bei der Blutentnahme die Füllhöhenmarkierungen auf den Probeentnahmegefäßen beachten, um ein korrektes Mischungsverhältnis mit den vorgelegten Zusätzen zu gewährleisten. Blut sofort nach Entnahme zentrifugieren und überstehendes Plasma abpipettieren.
Vollblut
Der Versand von Vollblut ist möglich, jedoch kommt es während des Transports häufig zu Hämolyse und damit zur Verfälschung einiger Parameter wie z. B. anorganischem Phosphat, Kalium, LDH (s. Abschnitt Störfaktoren). Der Versand von Serum bzw. Plasma ist grundsätzlich vorzuziehen.
EDTA-Blut
Für hämatologische Untersuchungen (kleines und großes Blutbild, Differentialblutbild) ist die Einsendung von EDTA-Blut erforderlich. Die Blutentnahmetechnik hat wesentlichen Einfluss auf die Qualität hämatologischer Untersuchungsergebnisse. Bitte Empfehlungen und Anmerkungen zur Blutentnahmetechnik beachten. EDTA-Blutproben sind durch den Zusatz des Komplexbildners EDTA für klinisch-chemische Untersuchungen nur bedingt geeignet.
Blutausstriche
Für eine aussagefähige Beurteilung der Erythrozyten- und Leukozytenmorphologie wird die Anfertigung eines Blutausstrichs unmittelbar nach der Probenentnahme empfohlen. Ausstrich lufttrocknen lassen und in Versandhülse versenden.
Urin
Zystozenteseurin ist Katheter- oder Spontanurin vorzuziehen (keine Kontamination mit Keimen der Urogenitalflora).Urinentnahme nicht nach vorangegangener Diurese (Verfälschung der Ergebnisse durch Verdünnungseffekt).
Kot
Probengewinnung ohne Kontamination (nach Möglichkeit rektale Entnahme; keine Beimengungen von Katzenstreu, Steinchen etc.). Entnahme von mehreren Stellen (bes. für parasitologische Untersuchungen wichtig).
Mikrobiologisches Untersuchungsmaterial
Abstrichtupfer
Bei der Entnahme ist darauf zu achten, dass der Tupfer nicht mit unsterilen Gegenständen oder bakteriell besiedelten Schleimhäuten etc. in Kontakt kommt. Für bestmögliche Untersuchungsergebnisse ist der Tupfer sofort nach der Entnahme in ein Transportmedium überzuführen.
Gewebeproben
Um ein Austrocknen während des Transports zu verhindern, sollte die Probe mit einer sterilen physiologischen NaCl-Lösung befeuchtet oder auf Transportmedium verschickt werden.
Blut, Blutkulturen
Bei Verdacht auf eine Sepsis, Bakteriämie oder Endocarditis sowie bei Fieber unklarer Genese ist das Anlegen einer Blutkultur angezeigt. Hierzu ist die Beimpfung einer Blutkulturflasche mit entsprechendem Nährmedium erforderlich, die wir Ihnen auf Anforderung gerne zusenden. Die bakteriologische Untersuchung von nativem oder ungerinnbar gemachtem Blut ist wegen der Eigenbakterizidie des Blutes wenig aussichtsreich und wird deshalb nicht durchgeführt. Blutkulturflasche vor der Entnahme auf Raumtemperatur oder wärmer (37°C) bringen. Blutentnahme unter sterilen Kautelen (Rasur, Hautdesinfektion, sterile Handschuhe), vorzugsweise während eines Fieberschubs. Entnahme mit steriler Einwegspritze (kein EDTA, Heparin). Blutmenge: Kleintier: mind. 3 ml, Großtier: 10 ml. Schutzkappe der Blutkulturflasche entfernen, Gummimembran desinfizieren und anschließend die entnommene Blutprobe mit einer neuen Kanüle in die Flasche injizieren. Inhalt gut mischen und beimpfte Flasche gewärmt ins Labor senden.
Spezielle Untersuchungsanforderungen
Chlamydien
Vor der Probennahme Sekret o.ä. entfernen. Mit einem sterilen Wattetupfer (z. B. Abstrichtupfer) unter Drehen zellreiches Material entnehmen. Tupfer in sterilem Röhrchen ohne Transportmedium einsenden.
Dermatophilus congolensis
Einsendung von Hautgeschabseln, Pusteln, Schorfen oder Krusten. Hautabstriche sind ungeeignet.
Megabakterien
Einsendung von Kotmaterial in steriler physiologischer Kochsalzlösung. Ein Eintrocknen der Probe muss verhindert werden.
CEM (Contagiöse Equine Metritis)
Einsendung von Tupferproben in Amies-Transportmedium mit Aktivkohle (schwarzes Gel). Bei gleichzeitiger Untersuchung auf allgemeinen Keimgehalt bitte separates Material für CEM einsenden. Vorzugsweise sind drei Tupfer von verschiedenen Lokalisationen zu entnehmen Hengst: Fossa glandis, Präputium mit Penisschaft, Urethrasinus; Stute: Fossa clitoridis, medialer und lateraler Clitorissinus).
Haare
Haare sind wegen der Kontamination mit zahlreichen Umgebungskeimen für bakteriologische Untersuchungen nicht geeignet. Bei Verdacht auf eine bakterielle Hauterkrankung bitten wir um Einsendung von Abstrichtupfern mit frischem Sekret oder Pustelinhalt.
Zum Nachweis von Dermatophyten müssen Haarbüschel herausgezupft, keinesfalls abgeschnitten werden. Veränderte Hautstellen mit 70%igem Alkohol desinfizieren. Entnahme vom Rand der Läsion, da Dermatophyten zentrifugal wachsen.
Zum Nachweis von Demodexmilben können ebenso Haarbüschel entnommen werden. Einsendung in sterilem Röhrchen ohne Transportmedium, kein Aufkleben auf Objektträger.
Zum Nachweis von Haarlingen oder oberflächlichen Milben (Cheyletiella) genügen Tesa-Abklatschpräparate, die anschließend auf einen sauberen Objektträger geklebt werden.
Je mehr Material zur Untersuchung auf Ektoparasiten oder Dermatophyten eingesandt wird, desto höher ist die Sensitivität der Testmethode.
Hautgeschabsel
Hautgeschabsel sind wegen der Kontamination mit zahlreichen Umgebungskeimen für bakteriologische Untersuchungen nicht geeignet. Bei Verdacht auf eine bakterielle Hauterkrankung bitten wir um Einsendung von Abstrichtupfern mit frischem Sekret oder Pustelinhalt.
Zum Nachweis von Dermatophyten ist ein oberflächliches Hautgeschabsel nach vorheriger Hautdesinfektion ausreichend.
Zum Nachweis von Milben (z.B. Sarcoptes) tiefes Hautgeschabsel bis zur Entstehung von kapillären Blutungen anfertigen. Probenentnahme am Übergang von erkrankter zu gesunder Haut. Einsendung in gut verschlossenem sterilen Röhrchen (v.a. bei Ektoparasiten wichtig, da diese i. d. R. noch leben), kein Aufbringen auf Objektträger.
Histologisches Untersuchungsmaterial
Für die Beurteilung sind genaue Angaben zu Anamnese, Art, Lokalisation und Dauer des Prozesses notwendig.
Tumoren
Bitte Angaben zu Entstehungszeit, Ausbreitung, Größe, Wachstumsart, Voroperationen/Rezidivierung, Metastasierung.
Lymphknoten
In der Regel ist die Diagnosemöglichkeit an größeren Gewebeproben besser als an Ausstrichpräparaten von Punktaten oder Feinnadelbiopsien. Wenn möglich, Lymphknoten in toto einsenden.
Haut
Bei größeren oder multiplen Hautveränderungen sollten Biopsien aus mehreren Lokalisationen entnommen werden. Bitte Angaben über Lokalisation, Dauer und Vorbehandlungen.
Magen-Darm-Biopsien
Die Beurteilung von Magen-Darm-Biopsien gibt in den meisten Fällen sehr gute pathogenetische Hinweise – etwa ob es sich um einen erregerbedingten oder allergischen (Nahrungsmittel!) Prozess handelt – und ist deshalb für Prognose und Therapie sehr wichtig. Bei jeder Endoskopie sollten mehrere Proben aus den veränderten Bezirken entnommen werden.
Uterusbiopsie
Uterusbiopsien beim Pferd geben Auskunft über die Art der Veränderung und über die Prognose hinsichtlich der Fertilität. Sie erhalten genaue Aussagen nach einem standardisierten Gradierungssystem.
Muskel-/Nervenbiopsien
Krankheiten von Muskel und Nerv können meist nur durch die Untersuchung von Biopsien diagnostiziert werden. Da eine Nerv- und Muskelbiopsie keine sicheren Informationen liefert und nicht gerechtfertigt ist, wenn das Gewebe in Formalin fixiert und in Paraffin eingebettet wird, bieten wir als einziges Labor in Deutschland die Untersuchung an Gefrierschnitten einschließlich histochemischer Reaktionen und Spezialfärbungen an. Bitte telefonische Voranmeldung.
Zytologisches Untersuchungsmaterial
Zytologisch untersucht werden Ausstrichpräparate von Punktionen und Feinnadelaspirationsbiopsien, aber auch Geschabsel, Abdruck-, Abklatsch-, oder Abstrichpräparate.
Größere Flüssigkeitsmengen vor dem Ausstreichen ca. fünf Minuten bei etwa 1000 x g abzentrifugieren. Nach dem Dekantieren des Überstands Bodensatz auf einem Objektträger ausstreichen und lufttrocknen lassen.
Ausstriche von Urinsedimenten und Vaginalabstriche sowie Feinnadelbiopsien großer Parenchyme feucht, d.h. direkt nach Entnahme ca. 30 lang in 96%igem Alkohol fixieren oder mit Fixationsspray besprühen (anschließend Lufttrocknung).
Trockenfixierung:
Ascites
Blut
Gelenkergüsse
Liquor
Pleuraergüsse
Lymphknotenpunktate
Knochenmarkspunktate
Alkoholfixierung:
Urinsedimente
Vaginalabstriche
Feinnadelbiopsien großer Parenchyme
Liquor
Da Liquorzellen innerhalb kurzer Zeit autolysieren, empfehlen wir, für Zellzahlbestimmung einen Teil der Liquorprobe fixiert zu versenden (Formalin 4%ig im Mischungsverhältnis 1:2).
