
Verschiedene Störfaktoren – häufig bedingt durch Fehler in der präanalytischen Phase – beeinflussen die Analysenergebnisse und müssen, wenn sie nicht vermieden werden können, bei der Interpretation der Befunde berücksichtigt werden.
Hämolyse
Rötliche Verfärbung des Serums oder Plasmas, bedingt durch den Austritt von Blutfarbstoff aus zerstörten Erythrozyten.
Ursachen:
- Hämolyse intra vitam (hämolytische Anämie)
- Unsachgemäße Probenentnahme-Technik: starkes Aspirieren, Mischen oder Ausspritzen des Blutes (Schaumbildung)
- Einwirkung nach der Blutentnahme: zu langes Stehenlassen des Vollblutes, Einfrieren oder zu starkes Erwärmen, zu starkes Zentrifugieren, Erschütterung beim Transport.
Hämolyse führt zur Verfälschung vieler Analysenergebnisse, besonders bei K-, Mg-, Fe-, PO4-, CK-, LDH-, AST (GOT)- und ALT (GPT)-Bestimmungen, Hormonanalysen und serologischen Parametern. Vermeidbar durch korrekte Probenentnahmetechnik und rechtzeitiges Abzentrifugieren.
Lipämie
Trübe bis milchige Verfärbung des Serums bedingt durch vermehrte Ansammlung mikroskopisch kleiner Fetttröpfchen. Ursachen: Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, akute Pankreatitis, Cushing-Syndrom, fettreiche Fütterung. Um eine physiologische Lipämie nach Futteraufnahme von einer pathologischen zu unterscheiden, ist eine 8 - 12 stündige Nahrungskarenz vor der Blutabnahme einzuhalten.
Bilirubinämie
Gelbliche Verfärbung der Probe, bedingt durch vermehrten Gehalt an Gallenfarbstoffen im Serum. Ursachen: Lebererkrankungen Physiologisch beim Pferd (Bilirubingehalt bis 3.1 mg/dl). Nicht durch die Probenentnahmetechnik beeinflußbar.
In vitro Stoffwechsel/Glykolyse
Abbau von Blutzucker und damit verbundener Anstieg von Laktat in erythrozytenhaltigen Blutproben. Vermeidung durch Benutzung von NaF Probenröhrchen oder sofortiger Abtrennung des Serums bzw. Plasmas.
