Diagnose „FIV“ ist kein Todesurteil
Das Feline Immundefizienzvirus (FIV) verursacht bei der Katze und wild lebenden Feliden ein Immunschwächesyndrom, ähnlich der AIDS-Erkrankung des Menschen.
Trotz bestehender Infektion treten in der Latenzphase, die Jahre andauern kann, oft keine klinischen Symptome auf. Die Katzen haben bei entsprechender Fürsorge gute Aussichten auf ein viele Jahre währendes lebenswertes Katzendasein. Mehr dazu auf der Rückseite.
Die wichtigste Voraussetzung für alle weiteren Entscheidungen ist ein sicherer FIV-Test, auf den sich Tierarzt und Tierhalter verlassen können. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein positiv getestetes Tier auch tatsächlich mit FIV infiziert ist, liegt bei ca. 80 bis 90 % (positiver prädiktiver Wert). Wegen der relativ niedrigen Prävalenz von ca. 2 bis 3 % sollte ein einmaliges positives Ergebnis daher immer überprüft werden.
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Was ist bei der Haltung einer FIV-positiv getesteten Katze zu empfehlen?
- FIV-infizierte Katzen am besten im Haus halten, um eine Übertragung des Virus auf andere Katzen zu vermeiden und die immunsupprimierte Katze selbst vor Infektionen durch andere Tiere zu schützen.
- Wenn die Katze in einer bestehenden Katzengemeinschaft in weitestgehend „sozialem Frieden“ lebt, müssen die Katzen nicht voneinander getrennt werden.
- Eine neue Katze allerdings nicht aufnehmen, weil in solchen Fällen mit Rangordnungskämpfen und Verletzungen zu rechnen ist (Infektionsgefahr für „die Neue“).
- Eine Kastration vermindert Aggressivität und Territorialverhalten und ist daher anzuraten. Unter perioperativer Antibiose vertragen auch FIV-infizierte Tiere diesen Eingriff gut.
Was ist bei der Therapie zu berücksichtigen?
- Sekundärinfektionen, die durch die Immunsuppression entstehen, sind in der Regel mit einer symptomatischen Behandlung gut zu beherrschen. Möglicherweise ist eine längere und/oder aggressivere Therapie erforderlich.
- Eine antivirale Therapie kann mit dem Präparat Retrovir® durchgeführt werden (5 mg/kg KM, 2mal täglich).
- Kortikosteroide und andere immunsupprimierende Medikamente vermeiden.
- Der Einsatz von immunmodulierenden Präparaten wird kontrovers diskutiert, da anscheinend auch eine Immunstimulation zu einer Progression der Erkrankung führen kann.
- Auch die Wirkung von felinem Interferon ist bislang nicht ausreichend untersucht.
Ein regelmäßiger Gesundheitscheck ist zu empfehlen, da eine frühzeitige therapeutische Intervention Ausschlag gebend ist für den Behandlungserfolg.
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