Exokrine Pankreasinsuffizienz der Katze (EPI)
Bestimmung der Chymotrypsin-Aktivität im Kot.
Bisher wurde die Häufigkeit der exokrinen Pankreasinsuffizienz bei der Katze niedrig eingeschätzt. Neueste Untersuchungen zeigen jedoch, dass pathologische Veränderungen des Pankreas häufig vorkommen, die klinische Diagnose „Pankreasinsuffizienz“ dagegen selten gestellt wird. Exokrine Pankreasprobleme erscheinen demnach unterdiagnostiziert.
Vor dem Hintergrund dieser neuen Erkenntnis wird die Chymotrypsin-Bestimmung wieder attraktiv für die Kleintierpraxis.
Einige Fakten zur exokrinen Pankreasinsuffizienz:
Symptome: Häufig fällt eine ausgeprägte Abmagerung bei gutem Appetit auf. Die Tiere setzen voluminösen, weichen bis wässrigen und hellen Kot ab (Steatorrhoe). Flatulenz ist häufig. In fortgeschrittenen Fällen besteht neben der Polyphagie u. a. Koprophagie und/oder Allotriophagie.
Prävalenz: Bei der Katze ca. 1 %.
Diagnose: Neben der Bestimmung des felinen TLI aus Nüchternserum besteht die Möglichkeit, das pankreasspezifische proteolytische Enzym Chymotrypsin im Kot zu bestimmen. Insbesondere bei Verdacht auf bakterielle Überwucherung im Darm oder EPI-assoziierte Hypovitaminose können zusätzlich Folsäure und Vitamin B 12 im Serum gemessen werden. Mikrobiologische und parasitologische Untersuchung einer Kotprobe kann in diesem Zusammenhang hilfreicher sein als Lipase und Amylase im Serum zu bestimmen.
Chymotrypsin Bestimmung: Vor der Bestimmung von Chymotrypsin sollte möglichst eine 5-tägige Diät mit leichtverdaulicher Kost (z.B. Reis und Hüttenkäse) erfolgen. Wurde dem Futter bereits Pankreasferment zugesetzt, ist dieses 5 Tage vor der Untersuchung abzusetzen. Bei Durchfall sollte die akute Phase abgewartet werden, bevor die Untersuchung eingeleitet wird. Sensitivität und Spezifität des Tests lassen sich verbessern durch Untersuchen von drei Kotproben an drei aufeinander folgenden Tagen. Wegen der eingeschränkten Stabilität von Chymotrypsin wird empfohlen, die Kotproben einzufrieren.
Differentialdiagnose: Hyperthyreose, Diabetes mellitus, Endoparasiten, Tumore und chronische Durchfälle anderer Ursachen (z. B. IBD).
Weiterführende Literatur zum Thema Bauchspeicheldrüsenerkrankungen der Katze finden Sie hier.
| Zurück zu: Fachinformationen | Kategorie: Tierärzte |
