[Freitag, 05. März 2010 18:01]

CPSE (Canine Prostata Spezifische Arginin Esterase), ein neuer Parameter zur Diagnostik der Benignen Prostatahyperplasie (BPH)

In der Humanmedizin ist es längst zur Selbstverständlichkeit geworden, Tumormarker in der Krebsvorsorge einzusetzen. So gehört eine Überprüfung des Prostataspezifischen Antigens im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung beim Mann inzwischen zur Routine.

Ähnliche Möglichkeiten eröffnen sich nun auch in der Tiermedizin: Mit der Bestimmung der CPSE besteht ab sofort die Möglichkeit die Benigne Prostatahyperplasie (BPH) des Hundes frühzeitig durch eine einfache Blutuntersuchung zu diagnostizieren.

Betroffen sind über 80% der intakten Rüden, die älter als 5 Jahre sind. Anfangs zeigen sich nur histologische Veränderungen ohne klinische Symptome. Aus diesem Grund war die frühzeitige Diagnose bislang nur mit Hilfe einer zytologischen oder histologischen Untersuchung möglich. Feinnadelaspiration und Biopsie sind jedoch aufwändig und mit erhöhtem Risiko verbunden. Die CPSE-Bestimmung aus Serum oder Plasma schließt diese diagnostische Lücke.

Wo und wann wird CPSE gebildet?

CPSE wird von den Epithelzellen der Prostata gebildet und stellt über 90% der Proteine im Prostatasekret dar. Je mehr Zellen (Hyperplasie), desto höher die Konzentration im Serum. Ist  der Hund dagegen an einem Adenokarzinom oder einer Prostatitis ohne BPH erkrankt, bleibt der Test negativ.

Welche Symptome treten bei einer BPH auf?

·         Erschwerter Kotabsatz, der Kot wirkt flachgedrückt

·         Hämaturie oder Hämatospermie

·         Bauchschmerzen unklarer Genese

·         Bewegungsstörungen, Hinterhandschwäche, Lahmheiten, breitbeiniger Gang

·         Fieber, Anorexie, allgemeines Unwohlsein

·         Infertilität bei Zuchtrüden

Worin liegt der besondere diagnostische Wert der CPSE?

·         Bestätigung oder Ausschluss der Diagnose „BPH“

·         Früherkennung in der geriatrischen Routineuntersuchung und beim Zuchtrüden

·         Hinweis auf die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

·         Ergänzung der rektalen Untersuchung

·         Kontrolle der Antiandrogen-Therapie

Die BPH kann Wegbereiter für andere Erkrankungen sein. Deshalb ist eine frühe Diagnose sinnvoll, um Folgeerkrankungen wie Prostatazysten, Prostatitis, Perinealhernien oder rezidivierende Zystitiden zu vermeiden.

Mit einer Sensitivität von 97,1 % und einer Spezifität von 92,7 % weist der neue ELISA-Test  CPSE zuverlässig im Serum nach. Die Interpretation der Ergebnisse erfolgt unter Einbeziehung der Symptome und der klinischen Befunde.

Material: Serum, Heparin- oder EDTA-Plasma; bitte innerhalb einer Stunde zentrifugieren.

Stabilität: bei RT 24 Stunden, bei 4 °c 96 Stunden.


 

Donnerstag, 09.09.2010 - 22:49
 
 
Letzte Aktualisierung: 10.08.2010, 08:39 Uhr – Impressum